Deutsche Kultur: Ein Exkurs für Einsteiger

Deutschland: Hip, cool, modern, seriös …

Der stereotype Deutsche ist ordentlich, pünktlich und tendenziell eher schlecht gelaunt? Diese Klischees sind spätestens seit der Fußballweltmeisterschaft 2006 überholt. Deutschlands Bild in der Welt wandelt sich seit einigen Jahren rasant und am besten findet man heraus, wie Deutschland wirklich ist, indem man eine Reise durch die Republik unternimmt.

Deutschland und seine Hauptstadt – cool und hipp

Für Jüngere ist Berlin hipp, kultig und einfach nur cool – Partys, Boutiquen und Trends, das ist auch Berlin. Berlin macht aus seiner faszinierenden Geschichte das Beste und arbeitet sie mit Museen und Ausstellung, mit der Erhaltung der alten Bausubstanz und Touren zu den wichtigsten Orten wie der Mauer oder dem Checkpoint Charly auf. Die Stadt bietet also eine spannende Mischung zwischen teils schwieriger Geschichte und weltoffener Gegenwart.

Deutschland und die Volksfeste

Als die Partylöwen schlechthin sind die Deutschen nicht gerade verschrien, aber Volksfeste feiern kann man in der Republik trotzdem: Das Münchner Oktoberfest gilt als das größte Volksfest der Welt und die ganze Stadt befindet sich im Ausnahmezustand, wenn Gäste aus der ganzen Welt die Reise nach München unternehmen, um die Erfahrung „Wiesn“ zu machen.

Auch die sogenannte fünfte Jahreszeit, also der Karneval bzw. Fasching wird ausgelassen gefeiert, besonders natürlich in Mainz und Köln, den Karnevalshochburgen im Rheinland. Kostümiert auf einen Umzug zu gehen, wo die Karnevalswagen durch die Straßen rollen und Kamelle, also Bonbons und sonstige Süßigkeiten, geworfen werden, ist für einen echten Karnevalisten der beste Teil des Jahres.

Wer es gemütlicher mag, macht es sich zu Hause vor dem Fernseher bequem und schaut sich die witzigen politischen Reden und Showeinlagen auf der Couch an. Weniger ausgelassen geht es auf den Weinfesten im Herbst zu, wo neuer und alter Wein ausgeschenkt wird. Diese finden meist in den Weinanbauregionen statt und sind auch etwas für Genießer.

Sehr stimmungsvoll sind die Weihnachtsmärkte, zum Beispiel in Köln, Nürnberg oder Hamburg, aber auch kleine Dörfer richten ihren eigenen Weihnachts- oder Adventsmarkt aus und Glühwein ist auch dort obligatorisch. Das ganze Jahr über gibt es für feierfreudige Jahrmärkte, eine Kirmes oder Kirchweih, die man besuchen kann. Jubiläen wie der Hafengeburtstag in Hamburg werden jedes Jahr groß gefeiert.

Gut bürgerlich? Ein Blick in Topf und Pfanne

Deutschland ist das Land der Wurst und des Brots und Deutsche haben nicht umsonst den Spitznamen „Krauts?“ Das gilt heute längst nicht mehr. Zwar findet man beim Bäcker und Metzger eine schier unüberschaubare als auch leckere Auswahl an Broten und Wurst, aber auch in Deutschland gibt es immer mehr Vegetarier und Veganer, sodass in Supermärkten und Spezialläden das Angebot für fleischlose Esser ständig wächst. Deutsche Küche ist nicht nur Schnitzel und Schweinebraten, sondern von Region zu Region verschieden.

Am besten isst man sich für eine kulinarische Erfahrung quer durch die Republik: Von unzähligen Fischgerichten an den Küsten über die berühmte Berliner Currywurst, die entweder klassisch aus Siedewurst oder eben aus Bratwurst besteht, über Knödel, Zwiebelkuchen, Spätzle, Schmorgurken, Schwarzwälder Schinken bis hin zu Grünkohl oder Spreewaldgurken: Die deutsche Küche ist unglaublich vielfältig, aber eines ist sie sicher nicht: leicht oder zum Abnehmen gedacht.

Das, was bei Deutschen mittlerweile auch häufig auf den Tisch kommt, sind inzwischen Pizza, Spaghetti und der Döner unterwegs. In einem Restaurant der gehobenen Preisklasse wird man auch viele französische Einflüsse entdecken und italienische, griechische, indische, thailändische und viele andere Restaurants haben in den Städten und teilweise auch auf dem Land Fuß gefasst.

Land der Dichter und Denker

Lange Zeit galt Deutschland als das Land der Kultur. Goethe, Schiller, Kant, Heine, Händel, Grass – Komponisten, Dichter und Schriftsteller oder Philosophen prägen das Bild Deutschlands im Ausland. Dabei sind die meisten dieser klugen Köpfe Kinder des 18. Jahrhunderts, als in Deutschland die Aufklärung herrschte, die von ihrer rationalen Grundhaltung her immer noch ein bestimmendes Prinzip in der Bundesrepublik von heute ist.

Auch heute noch gibt es in Deutschland herausragende Schriftsteller wie Daniel Kehlmann, Bernhard Schlink oder Elfriede Schlink, die 2004 mit dem Literaturnobelpreis bedacht wurde.

Deutsche sind eifrige Theater-, Opern- und Festspielgänger, wo Klassiker, aber auch neue Stücke inszeniert werden. Traditionelle Aufführungen begeistern das Publikum genauso wie mutige Neuinszenierungen. Opernhäuser und Theater finden sich in jeder großen deutschen Stadt, besonders stilvoll sind die Häuser von Wiesbaden, Frankfurt und natürlich die Semperoper in Dresden.

Wer es In Sachen Kultur moderner mag, dem wird eine Vielzahl von Konzerten geboten – entweder in großen Arenen oder klein und intim in besonderen Locations wie Burgen, Weinkellern oder unter freiem Himmel.

Deutsche Sprache – schwere Sprache?

Deutsch ist eine indoeuropäische Sprache und daher von ihrem Vokabular her, aber auch durch grammatische Strukturen eng verwandt mit dem Englischen, Dänischen, Niederländischen, aber auch Spanischen oder Italienischen. Im Laufe der Jahrhunderte hat das Deutsche viele Einflüsse aus dem Lateinischen, Französischen und Englischen aufgenommen, sodass man schnell einige deutsche Vokabeln lernen kann.

Die meisten, die Deutsch lernen, sind entsetzt von drei grammatischen Geschlechtern, von vier Fällen und von vielen Sonderregeln, Ausnahmen und merkwürdigen Ausdrücken oder Redewendungen, die sich im Laufe der Jahrhunderte eingebürgert haben. Viele Deutsche sprechen allerdings mindestens eine Fremdsprache, zumeist Englisch. Darüber hinaus sind Deutsche begeisterte Lerner von Fremdsprachen. Und zur Not tun es auch Hände und Füße, denn man will sich schließlich verstehen.

Deutschlands Geschichte – und der Umgang mit ihr

Dass Deutschland im 20. Jahrhundert viele dunkle Geschichtskapitel zu bieten hat, ist nichts Neues und der Umgang mit dieser Vergangenheit ist ein sehr offener: Mahnmale, Ausstellungen und Museen arbeiten auf allen Ebenen die Zeit des Nationalsozialismus auf. Gerade in den letzten Jahren gewinnt braunes Gedankengut wieder Anhänger, aber die Mehrheit der Bevölkerung stellt sich mit Demonstrationen und Veranstaltungen entschieden dagegen. Informationen und Aufarbeitung der NS-Zeit gehen Hand in Hand.

Heute ist Deutschland mitten in Europa angekommen und die Bevölkerung macht sich zum großen Teil stark für ein geeintes Europa! Die Idee zur europäischen Zusammenarbeit wird auch in Deutschland immer stärker und gewinnt viele Fans weltweit.

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|| Last change: 26-05-2018
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