Ein Ausflug nach Neuschwanstein

Für viele ist es das Symbol für Deutschland schlechthin – neben Bier, Sauerkraut und Dirndl: Die Rede ist natürlich vom legendären Schloss Neuschwanstein, das Ludwig der II., König von Bayern im ausgehenden 19. Jahrhundert errichten ließ. Alljährlich lockt es rund anderthalb Millionen Touristen aus aller Welt an – und zweifellos lohnt es sich! Wir haben für Dich ein tolles Wochenende rund um Deinen Besuch von Neuschwanstein zusammengestellt.

Darum muss man dieses Schloss einfach gesehen haben

Auf den ersten Blick wirkt Neuschwanstein wie eine mittelalterliche Ritterburg – und diese Ähnlichkeit war beabsichtigt: Neuschwanstein ist ein beeindruckendes Beispiel historistischer Baukunst. An diesem Bauprojekt Ludwigs II. war daher zunächst einmal nichts Ungewöhnliches. Da das Historische, und insbesondere das Mittelalterliche, gewissermaßen „voll im Trend“ lagen, ließen Fürsten in ganz Europa an mittelalterliche Burgen wieder aufbauen oder im mittelalterlichen Stile neue konstruieren. Konkret inspiriert war Ludwig II. unter anderem von der Wartburg in Eisenach – und von Richard Wagners Werken rund um mittelalterliche Themen.

Neben seiner tatsächlich beeindruckenden Architektur und Innenausstattung erlangte Neuschwanstein jedoch auch traurige Berühmtheit als Beispiel der finanziellen Misswirtschaft Ludwigs II. Dieser baute nämlich parallel noch an zwei weiteren Schlössern – Neuschwanstein war „nur“ als kleines privates Refugium geplant. Aufgrund ständig geänderter Pläne und angepasster Finanzpläne zog sich der Bau in die Länge (ein Schelm, wer da jetzt an rezentere Ereignisse in Berlin oder Hamburg denkt!). Ludwig II. residierte nur ganze 174 Tage auf Neuschwanstein, bevor er starb – das Schloss war damals noch immer eine Baustelle.

Was den Besuch Neuschwansteins so wertvoll macht, ist jedoch – neben der schieren Imposanz des Bauwerks und der Innenausstattung – seine historistischen Grundidee und sein eklektischer Baustil. Sie machen Neuschwanstein zu einem Fundus für alles, was das 19. Jahrhundert für „typisches deutsch“ erachtete und was es für historisch bedeutsam hielt. Darum ist das „Märchenschloss“ Ludwigs II. auch kulturhistorisch so unglaublich spannend.

Highlights auf Neuschwanstein

Zu den absoluten Highlights im Schloss zählen wohl die Bilderzyklen, die Ludwig II., inspiriert von den Werken seines Freundes Richard Wagner, gestalten ließ. Sie zeigen Auszüge aus den Sagen des Mittelalters, die Ludwig II., wie so viele in dieser Zeit der Mittelalterromantik, so sehr begeisterten.

Schuld, Sühne, Liebe und Erlösung sind die zentralen Themen der Wandbilder. Kenner der deutschen Literaturgeschichte werden zudem drei besonders wichtige Figuren immer wieder erkennen: Schwanenritter Lohengrin, Gralskönig Parzival und den Dichter Tannhäuser. Auch das Schwanensymbol zieht sich durch die gesamten, malerisch prächtig gestalteten Innenräume.

Dass es bei all diesen Anspielungen und Reminiszenzen doch nicht ganz mittelalterlich zuging, belegt die beeindruckend moderne Technik auf dem Schloss. Es gab eine Telefonanlage, Toiletten mit automatischer Spülung sowie Speiselifte.

Vielleicht also kein Wunder angesichts dieser für die Zeit topaktuellen technischen Ausstattung, dass der Bau so viel teurer wurde als ursprünglich geplant – und dass nur etwa 20 der geplanten 200 Zimmer vollständig fertiggestellt wurden…

Schöne Erlebnisse nach dem Schloss

Nach Deinem Schlossbesuch und so viel historischen Informationen tut ein wenig Abwechslung sicher gut. Die Allgäuer Berge bieten Dir bei schönem Wetter viele Gelegenheiten für Biking-Touren und Wanderungen. Plane nach eine Führung durch das Schloss doch einfach eine kurze, zwei- bis dreistündige Tour durch die Natur ein! Ist das Wetter nicht schön genug, kannst Du Dich auch in der Kletterhalle Rieden auspowern.

Deine Übernachtung in Füssen

Für Deine Reise bietet es sich an, im nahegelegenen Ort Füssen zu übernachten. Dort gibt es eine schöne Jugendherberge, in der Du günstig unterkommen kannst. Die Herberge liegt etwa 7 km vom „Märchenschloss“ Neuschwanstein entfernt. Übernachten kannst Du dort bereits ab etwa 24 €. Falls Du alleine unterwegs bist, lernst Du hier vielleicht nette Leute kennen, mit denen Du gemeinsam etwas unternehmen kannst!

Das kannst Du am nächsten Tag unternehmen

Lasse den nächsten Tag entspannt angehen und genieße ein schönes Frühstück in Füssen. Nimm‘ anschließend eine der vielen Bergbahnen, die Du nicht nur nutzen kannst, wenn der Ski liegt. Sie bringen Dich bequem zu höher gelegenen Aussichtspunkten – vor dort aus kannst Du Wanderungen unternehmen oder auch einfach nur den großartigen Ausblick über eine wahrhaft märchenhafte Landschaft genießen. Am Nachmittag solltest Du Dir unbedingt noch einmal die schöne Altstadt Füssens anschauen, bevor Du den Rückweg antrittst. Besichtige das Hohe Schloss, das heute die Filialgalerie der Bayerischen Staatsgemäldesammlung und die Städtische Galerie beherbergt. Flaniere anschließend durch die malerische Reichenstraße im Herzen der Altstadt, wo Du auch wunderbar zum Essen oder auf einen Kaffee einkehren kannst. Kleiner Tipp für Kaffeetrinker und Bücherwürmer: In der Stadtbibliothek im Kloster St. Mang gibt es ein charmantes kleines Lesecafé!

So kommst Du hin: Anreise

Mit dem Auto kommst Du am besten über die A7 (bis Autobahnende), dann über die B17 nach Neuschwanstein. Fahre bis Schwangau und biege dann rechts nach Hohenschwangau ab. Mit der Bahn kannst Du bis Füssen fahren – von dort fährt ein Bus zum Schloss.

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|| Last change: 26-05-2018
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