Förderung von Unternehmerinnen in Deutschland

In Deutschland werden Frauen auf allen Ebenen gefördert, um das Selbstbild zu stärken und für eine starke Gründerkultur zu sorgen. Dieser Artikel führt einige Beispiele der modernen Frauenförderung auf.

Erfolg ist charaktergebunden, aber kein geschlechtsspezifisches Attribut – und wertvolle Fähigkeiten kann sich jede Person aneignen. Wieso also nicht für Chancengleichheit sorgen?

Gründungsförderung für Frauen

Förderung der unternehmerischen Verwirklichung

Um bessere Gründungsbedingungen für Frauen zu schaffen, wurden in Deutschland verschiedene Projekte gestartet getroffen. Denn nach wie vor ist der Anteil von Unternehmensgründungen durch Frauen, gemessen an der Gesamtzahl aller Gründungen in Deutschland, eher klein. Dabei zeigen Ergebnisse vieler Untersuchungen, dass auch Frauen erfolgreich gründen können.

Gerade bei Gründungen im naturwissenschaftlichen Bereich sind Frauen deutlich unterrepräsentiert. Um der Gleichberechtigung auf die Sprünge zu helfen, haben nicht nur der Staat, sondern zahlreiche Stiftungen, gemeinnützige Organisationen und Vereine sowie Universitäten Förderprogramme speziell für Frauen entwickelt.

Unternehmen ändern zunehmend die HR-Strategien

Die berühmte, aber auch berüchtigte Frauenquote zur Gleichberechtigung von Frauen und Männern in Führungspositionen trat im Mai 2015 in Kraft und gilt seit Januar 2016 verbindlich für alle börsenorientierte Unternehmen, deren Aufsichtsräte jeweils zur Hälfte mit Anteilseignern und Arbeitnehmern besetzt ist. Bei Neubesetzungen im Aufsichtsrat müssen jene Unternehmen eine Frauenquote von dreißig Prozent erreichen, andernfalls bleibt der betroffene Posten unbesetzt. Somit entsteht dem Unternehmen bei Nichterfüllen ein deutlicher Nachteil.

Die Vorteile der Frauenquote sind nicht zu übersehen: Zum einen verbessert sich die gesellschaftliche Gerechtigkeit, zum anderen wird das Humankapital weitaus effektiver genutzt, wenn mehr Frauen Karriere machen.

Sogar Investoren bewerten die Anwesenheit von Frauen in Entscheidungsgremien zunehmend positiv. Dabei wird allgemein unterstellt, dass Unternehmen, die Chancengleichheit fördern, auch die besseren Mitarbeiter haben [1]. Somit sind ökonomische Aspekte durchaus gegeben!

Andererseits, auf der Negativseite, wirken Unternehmen mit Frauenquote zwar attraktiver beim weiblichen Geschlecht, sorgen jedoch für das subjektiv empfundene Gefühl der Benachteiligung bei Männern. Außerdem haben Frauen, die aufgrund der Quote ihren Posten erhalten haben, möglicherweise mit Vorurteilen und Skepsis zu tun.

Insgesamt betrachtet ist es aber wahrscheinlich, dass die Frauenquote langfristig für ein Umdenken in der Wirtschaft sorgt. Gerade der Fachkräftemangel in den Naturwissenschaften kann so behoben werden, daher schließt die Frauenquote nahtlos an die Förderung von Doktorandinnen in der Wissenschaft an.

Über kurz oder lang werden solche Quoten überflüssig, da sie lediglich dazu dienen, kritische Hürden zu überwinden. Ist eine Chancengleichheit erst einmal hergestellt, werden Vorteile schnell erkannt und genutzt.

Förderung von Unternehmensgründerinnen

Seit 2014 fördert das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie Existenzgründerinnen. Um Frauen zu ermutigen, startete das Ministerium die Kampagne „Frauen unternehmen“. Das Ziel ist, ein Netzwerk aus Chefinnen und Gründerinnen jeden Alters aufzubauen. So können Kontakte zu gestandenen weiblichen Führungskräften und umgekehrt zu jungen, ehrgeizigen Absolventinnen geknüpft werden.

Die Initiative des Wirtschaftsministeriums soll das weibliche Unternehmertum schon an Schulen und Universitäten bekannter machen und Rollenvorbilder für potentielle Gründerinnen schaffen. Viele Frauen haben noch nie in Betracht gezogen, sich selbstständig zu machen. Das kann sich nur ändern, indem man Informationen und Erfolgsgeschichten an die Hand gibt.

Welche Förderungsangebote gibt es?

Fördermöglichkeiten bestehen aus Gründerzuschüssen, günstigen Krediten für Start-Ups und mit Wagniskapital. Darüber hinaus wird Beratung zur Gründung durch Gründungsinitiativen, Unternehmensberatung und Handwerks- sowie Industriekammern finanziell unterstützt.

Außerdem gibt es die Möglichkeit, sich über die Beratungsförderung des Bundes eine Unternehmensberatung teilweise finanzieren zu lassen. Beim Gründercoaching können sich Unternehmensgründerinnen und -gründer über einen Zeitraum von einem Jahr durch erfahrene Fachleute beraten lassen. Dies gilt auch für Freiberuflerinnen und Freiberufler (engl.: freelancer).

Des Weiteren kann der Schritt in die Selbstständigkeit vor allem für Arbeitslose ein sinnvoller Schritt sein. Hier fördert die Agentur für Arbeit mit einem Einstiegsgeld für Empfängerinnen und Empfänger von Arbeitslosengeld II und einem Gründungszuschuss für Empfängerinnen und Empfänger von Arbeitslosengeld I.

Darüber hinaus bietet die Förderdatenbank des Wirtschaftsministeriums einen Überblick über die verschiedenen geschlechterunabhängigen finanziellen Unterstützungen des Staates und der EU.

Schlussbetrachtung: Vereinbarkeit mit (eigenem) Rollenbild

Abschließend betrachtet fügt sich die spezielle Förderung von Frauen als Existenzgründerinnen in die Programme zur Förderung von weiblichen Führungskräften und wissenschaftlichen Karrieren von Frauen ein. Sowohl direkt nach dem Abschluss können Frauen als Gründerinnen durchstarten, als auch nach einer Karriere im Unternehmen. Entscheidend ist dabei, mehr als bei Männern, dass es genügend Angebote zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie gibt.

Frauen, die gar nicht oder überwiegend in Teilzeit arbeiten, aber eine höhere Beteiligung wünschen, sind verlorenes Potential für die Volkswirtschaft, wenn ihre Interessen nicht gefördert werden. Daher ist die Gleichstellung von Mann und Frau im Beruf erstrebenswert und bringt die Wirtschaft sowie die Gesellschaft voran.

Neben der finanziellen Förderung ist aber auch ein berufliches und privates soziales Netzwerk entscheidend: Kontakte und familiärer Rückhalt, gerade bei Müttern als Gründerinnen, sind unverzichtbar, um erfolgreich zu werden.

 

Quellen:

[1] Schmid, T. Urban, D.: Women on Corporate Boards: Good or Bad? AFA 2016 San Francisco Meetings Paper, 2016.

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