Wo man schnell Freunde findet

Diesen Zettel sah ich letztens am Schwarzen Brett, welches voll von irgendwelchen Anzeigen ist. Verkaufe Bett, biete Zimmer oder gebe Englisch Stunden, die Angebote quellen über und der Zettel des ausländischen Studenten geht unter. Dabei ist es gar nicht so einfach, wenn man fremd in einer Stadt ist.

„Hilfe, ich bin neu in der Stadt. Wer möchte mich kennenlernen?“

Natürlich müssen es nicht nur deutsche Freunde sein, die man sucht. Gerade auf Veranstaltungen anderer ausländischer Studenten findet man sehr viele Leute, die häufig ebenso einsam sind und nach einem netten Freund oder einer Freundin suchen. Doch es gibt auch sehr viele ausländische Studenten, die sich deutsche Freunde wünschen. Gerade zum Erlernen der Sprache oder zum Aufbau eines festen Freundeskreises sollte man sich mit einheimischen Studenten anfreunden. Eine frühe Investition in die Kontaktaufnahme lohnt sich besonders dann, wenn man eine lange Zeit in Deutschland bleiben will.

Daher sind anbei ein paar gute Ideen, die eine Kontaktanbahnung in Deutschland leichter machen und dir die Schwierigkeiten nehmen, neue Leute kennenzulernen.

Für ausländische Studenten: Wege zum Aufbau von Freundschaften

Die deutsche Sprache

Um wirklich gut integriert werden zu können, muss man die Sprache sprechen. Ein Sprachkurs ist also das erste, wie man Leute kennenlernen kann. Das geht auf der Volkshochschule, auf der Uni oder im Internet. Man sucht sich einen Tandempartner, man bringt dem Tandempartner seine eigene Muttersprache bei und lernt von ihm im Gegenzug Deutsch. Solche Partnerschaften funktionieren nach dem Win-Win Prinzip und sind noch dazu gratis. Es hat für beide Vorteile, denn beide wollen eine Sprache lernen, und beide können daran Spaß haben.

Einzug in eine WG

Eine Wohngemeinschaft ist die optimale Wohnform, um Kontakt zu bekommen. In einer kleinen Gruppe sozialisiert es sich einfacher, die Gespräche am Gang und in der Küche oder im Wohnzimmer sind unkompliziert und jede Seite kann sich auf den anderen einlassen. Man lernt die unterschiedlichsten Kulturen kennen. Oft halten solche Wohngemeinschaftsfreundschaften auch für das ganze Leben, wenn man erst einmal die richtige Gesellschaft gefunden hat. Es ist dann auch leichter, sich etwas auszuborgen oder einfach auf ein Bier zu gehen. In der Wohngemeinschaft kann man zudem an andere Netzwerke anknüpfen. Der Freund des Nachbarn kommt vorbei oder die Mutter bringt einen Kuchen. Der Vorteil einer Wohngemeinschaft ist das unkomplizierte und lose Nebeneinander, welches Kontakte fördert.

Die Mensa

Zu Mittag ist jeder hungrig. Die Mensa ist ein billiger Ort, zu einem Essen zu kommen und unkompliziert dazu. Man setzt sich einfach an einen Tisch zu einer Person dazu und mit einem Lächeln und einer kleinen Frage ist womöglich schon ein Gespräch eröffnet: zum Beispiel wie das Essen schmeckt. Oder auch das Wetter. In Deutschland ist das Wetter ein unkompliziertes Thema, über das man spricht, wenn man sonst über nichts sprechen kann. Man kann es aber auch verbinden, mit Sport, einem Spaziergang oder was auch immer einem einfällt. Die Bekanntschaften in der Mensa werden voraussichtlich nicht sehr tief und sehr lange sein. Es ist eher etwas temporäres, flüchtiges, aber durchaus auch empfehlenswert, um einen Eindruck von der deutschen Gesellschaft zu bekommen.

Vor und nach den Unikursen

Man kann sich ja angewöhnen, schon früh zu den Kursen und Vorlesungen zu kommen, und danach auch noch ein wenig zu bleiben. So ergeben sich manchmal Gespräche über den Vorlesungsinhalt oder über andere Themen. Wer immer im letzten Moment in die Vorlesung huscht, der nutzt hier nicht das Gespräch und das Netzwerken unter den Kollegen.

Teilnehmen an „Social Gatherings“

Social Gatherings gibt es immer wieder zu alles Gelegenheiten. Zugegeben, eigentlich ist das ein bisschen unhöflich „sich einfach mal spontan“ in eine fremde Gruppe einzugesellen. Eventuell störst du damit eine wichtige Diskussion.

Aber als ausländischer Student wirst du sehr viele Studentengruppen auf dem Campus finden. Findest du bekannte Leute im Park oder auf dem Hochschulgelände, dann sei einfach offen für ein kurzes Gespräch. Daraus ergeben sich dann auch häufig Themen über tolle Partys, Sporttreffen und auch Lernfragen.

Übrigens erkennst du einige sich langweilende Studenten meistens ganz einfach daran, dass sie herumstehen und rauchen. Zugegeben, Rauchen ist nicht gesund und schädigt bedeutend die Gesundheit! Dennoch kann man gerade mit Personen, die gerade rauchen, sehr gut in ein Gespräch kommen. Denn meistens haben die Personen nichts anderes zu tun in diesem Moment als nur zu rauchen! Wohl niemand sonst darf ein Gegenüber einfach so um etwas anschnorren, sei es eine Zigarette oder ein Feuer. Schon gar nicht um eine Mozartkugel.

Du musst aber gar nicht rauchen, um mit einem Raucher sprechen zu können. 🙂

Events und Abenteuerlust

Die ganz normale Kneipe

Am besten mit einem Freund oder einer Freundin in eine Kneipe gehen, sich aber an die Bar setzen und nicht an einen Tisch. Die Bar ist kommunikativer und lässt das Kennenlernen zu, während man an einem Tisch sitzend isoliert ist.

Partys

Viele Studentenheime und Studenten geben immer wieder Partys. Geburtstagspartys, Wohnungseinstandspartys, Semesterbeginn-Partys und Semesterende-Partys und noch vieles mehr. Auf Partys kann man ungezwungen kommunizieren und Leute kennenlernen. Meist kennt man dann auch jemanden, den die andere Person auch kennt, und kommt so in ein Gespräch. Hier ergibt es sich oft, dass Telefonnummern ausgetauscht werden oder Emails, oder die Person später, falls man auf Facebook ist, als Freund angefragt wird.

Wie auch immer, es ist eigentlich ganz leicht Kontakte zu knüpfen, man muss es nur WOLLEN und offen sein. Freundlichkeit und ein angenehmes gepflegtes Aussehen helfen dabei in Deutschland Fuß zu fassen.

Events über Apps und Facebook

Heutzutage ist es leicht, durch die Installation von diversen Apps immer auf dem Laufenden zu sein. Es bilden sich spontan Gruppen, die etwas machen wollen oder sich irgendwo treffen. Hier empfiehlt es sich im Internet zu googeln, was alles in der Stadt angeboten wird. Meist sind gemeinsame Interessen ein guter Anknüpfungspunkt für Freundschaften und bieten anfangs interessante Gesprächsthemen.

Exkursionen für Studenten

Exkursionen sind perfekt zum Kennenlernen. Egal, ob sie einen Tag oder länger dauern, hier kommt man mit anderen Studenten zusammen, die ähnliche Interessen haben. Schon allein durch die Länge der Exkursion, durch das Reisen und Essen miteinander ergeben sich Gespräche. Das miteinander Erlebte verbindet zudem und schafft eine gemeinsame Erinnerung. Studenten sind meist offene Wesen, die versuchen mit verschiedenen Kulturen in Kontakt zu kommen. Also ein Kennenlernen über eine Exkursion ist empfehlenswert.

Public Viewing – Fußball

Deutschland ist ein besessenes Fußballland. Sowohl Männer, als auch Frauen, sind Anhänger irgendeiner Mannschaft und begeisterte Fans. Das Zusehen findet aber nicht nur zu Hause vor dem Fernseher statt, sondern vor allem öffentlich. Also eine Möglichkeit, sich zu sozialisieren ist es, sich in einer Kneipe mit anderen ein Fußballspiel anzusehen. Während der Pause, davor und danach, ergeben sich dann einfach Gespräche. Inwieweit diese Gespräche tiefer werden oder nur sehr an der Oberfläche bleiben, hängt vom Publikum in der Kneipe ab, welches sehr unterschiedlich sein kann. Hier kommt es auch auf den Bezirk an, in dem man sich befindet. Ist es ein türkischer, ein kulturell gemischter oder ein sehr bürgerlich deutscher Bezirk? Verschiedene Gegenden bieten hier möglicherweise sehr unterschiedliche Personen und Fußballanhänger an.

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|| Last change: 26-05-2018
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